Cyclingworld 2026 – Willkommen in der Fahrradhaupstadt Europas
Ursprünglich wollte ich eine Ankündigung zur Cyclingworld 2026 schreiben, bei der Düsseldorf die Fahrradhauptstadt Europas ist und die Messe hier ihr perfektes und logisches Zuhause hat. Doch das gesamte Szenario im Kopf zu entwerfen ist ein zu großer, zu komplizierter Prozess, den ich nicht mal eben so am Sonntagabend auf der Couch in die Tasten haue. Aber wir können dank KI die Idee von 1996, als Rot/Grün in Düsseldorf den ersten Radweg auf einer Fahrspur auf der Luegallee umgesetzt haben, ja mal konsequent weiterdenken und zu einem Erfolg und Startschuss für unsere Heimatstadt in Richtung alternativer Verkehrskonzepte machen. Wir lassen den Wahlsieg von Joachim Erwins CDU 1999 weg und gönnen uns eine Vision als Alternative zur Auto- und Stauhauptstadt. Wir machen Düsseldorf zu einem internationalen Vorläufer eines notwendigen Mobilitätswandels. Die moderne Stadt, die nicht den Autoverkehr, sondern die Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Sehen wir uns doch mal die Folgen an: Düsseldorf wäre wahrscheinlich klimaneutral und hätte mehr als 700.000 Einwohner*innen. Wahrscheinlich wären die Mietpreise weiter gestiegen, aber solch ein visionäres Konzept hätte parallel sehr viele innovative Firmen nach Düsseldorf gelockt, was auch unser aller Gehälter hätte steigen lassen. Wir müssten nicht über die Probleme „abgehängter“ Stadtteile diskutieren, weil Dank enger Taktung der Bahnen und verschiedener Radschnellwege äußere Bezirke der Stadt und Nachbarkommunen viel besser eingebunden wären. Unsere Gastronomie wäre noch bunter und populärer, weil sie nicht nur in den Sommermonaten große Außenbereiche zur Verfügung hätte. Unser aller Lebensqualität wäre so viel größer, weil viel Raum für die Menschen auf den Straßen wäre, für Fußgänger*innen ebenso wie für Radfahrer*innen.

Düsseldorf könnte nicht nur mit immer wiederkehrenden Vergleich der Bilder des Rheinufers vor und nach dem Tunnel werben, sondern einfach Bilder der Innenstadt zeigen. Weil wir flanierende Menschen statt Autoschlangen sehen würden. Familien würden nach Düsseldorf ziehen wollen, weil Kinder allein mit dem Rad zur Schule fahren und dank der Freiflächen in den Straßen spielen könnten, weil die Gefährdung durch Autos minimiert würde. Senioren genießen eine Stadt ohne Lärmbelästigung. Logistikunternehmen würden mit großen E-Transporträdern ihre Ware vom Stadtrand zu den Läden und den Menschen bringen. Wir würden in zahlreichen kleinen Läden in unserer Umgebung einkaufen und unseren täglichen Bedarf decken, weil wir gerne aufs Auto verzichten. Leerstand wäre auch bei Ladenlokalen außerhalb der Innenstadt selten, weil sich die Stadtteilzentren selbst versorgen würden. Wir würden uns über viele neue Grünflächen freuen, die unserer Stadt auch in heißen Sommern eine hohe Aufenthaltsqualität geben würden.

Düsseldorf wäre eine Metropole mit internationaler Magnetwirkung, die innovative Unternehmen in die Stadt lockt, die hier ihre Mitarbeiter*innen finden. Düsseldorf wäre ein Vorbild. Wir hätten nur einen Bruchteil der 320.000 Autos in der Stadt und nur ein kleiner Anteil der 400.000 Pendler würden täglich mit dem Auto in die Stadt fahren. Parkhäuser für Autos und Parkhäuser für Fahrräder wären gleichwertig und rund um die Innenstadt verteilt. Wir hätten eine grandiose Auswahl an Fahrradläden, die die Menschen mit allem versorgen, was sie glücklich macht. Und wir hätten natürlich eine der weltbesten Fahrradmessen, weil sie einfach nach Düsseldorf gehört.
Das klingt jetzt alles nach einer Vision, die gerne als unrealistische Spinnerei und Blödsinn bezeichnet wird, Fiebertraum links-grün-ideologisierter Menschen. Ist das so? Oder würden wir uns nicht einfach freuen, in einem solchen Umfeld zu leben, es genießen, weil wir unsere Freizeit lieber auf einer Bank in einer städtischen Grünfläche als an einer vollgestauten Innenstadtstraße mit gestressten Autofahrer*innen verbringen? Jetzt kommen alle, die erklären, das sowas nicht geht, dass das alles Utopie ist, in der Realität nicht machbar. Und dann kommen zwei Leute und haben in Düsseldorf die Idee einer Fahrradmesse. Und machen das einfach. Und innerhalb weniger Jahre wird diese Messe zu einem international bedeutendem Aushängeschild einer Stadt, die bisher nicht unbedingt für ihre großartige Radkultur bekannt war. Fun Fact: Uns hat man beim Start der Mütze gefragt, warum wir den Laden nicht in Köln aufmachen, da passt das besser hin, da gibt es eine Fahrradszene.

Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber wir können die Zukunft gestalten. Es gibt Städte, die sind vor uns den Weg gegangen und sind damit erfolgreich. Seht euch "Cycling Cities" von Ingwar Perowanowitsch an. Genießen wir jetzt einfach die kommenden Tage, in denen Düsseldorf tatsächlich eine Fahrradhauptstadt ist. Lassen wir uns anstecken und mitreißen von einer Messe, die für uns seit der Ausgabe 1 ein Motor für eine lokale Radkultur geworden ist und gleichzeitig Düsseldorf international auf die Karte der Städte gesetzt hat, die eine Bedeutung für die Fahrradindustrie haben. Die Cyclingworld ist Teil der Stadt Düsseldorf, nicht nur im Areal Böhler, auch in der Innenstadt, vorm Schauspielhaus. Hoffen wir, dass sich mehr Menschen von Visionen anstecken lassen und merken, was möglich ist, wenn man es gut macht, innovativ ist und vorwärts geht.
Wir freuen uns auf euren Besuch bei uns am Stand. Wir haben viele Gäste, so werden in diesem Jahr Cicli Barco, Albion, IRIS, Ciclovation, Ingrid bei uns am Stand zu Gast sein, dazu haben wir KASK, Cyclite, wahoo, CYCLE4WATER und Orbea in unserer Nachbarschaft. Und wir fahren im Rahmen der Messe auch Rad, die Tickets zu den Rides gibt es, sofern noch verfügbar, hier auf der Seite unter Mützenrides.
Fahrrad ist Zukunft. Let’s party.




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