Crossing Border 2026 - Die schönsten Wege nach Maastricht. Und zurück.

Crossing Border 2026 - Die schönsten Wege nach Maastricht. Und zurück.

Montagmorgen,, 6. Juli 2026. Zu wenig Schlaf. Bewegen fällt schwer. Der Kopf ist schwerer. Und leer. Stand-By-Modus. Aber mit einer kleinen blinkenden Diode. Und der Erinnerung an den Tag zuvor. Es war super.

Nach unserem Ausstieg bei Düsseldorf300 haben wir mit Unterstützung einiger unserer Partner mit Crossing Borders ein Event kreiert, dass radbegeisterte Menschen zusammenbringen soll, Grenzen überschreitet, in real und metaphorisch. Maastricht und Düsseldorf werden durch Off the Map und uns mit dem Rad verbunden, hin und zurück an einem langen Tag. Natürlich hat eine solche Distanz auch immer ein wenig mit Leiden zu tun, aber unser Bemühen war und ist, für die Teilnehmer*innen viel Spaß und ein wenig Leiden zu verbinden und einen langen Tag auf dem Rad zu bieten, der im Anschluss ein breites Lächeln auf die Gesichter zaubert.

 

Wir haben uns nach der 2025er Ausgabe überlegt, welche Schritte vorwärts im zweiten Jahr Sinn ergeben. Einer der Optionen, die wir in diesem Jahr angeboten haben, war, dass man CB allein oder mit den Buddies fahren kann und nicht auf die geführten Gruppen angewiesen ist. Nach unserer Abfrage bei den Teilnehmer*innen waren wir erstaunt, dass sich 98% der Angemeldeten für die Gruppenerfahrung aussprachen. Wir sind mal so dreist und werten das als vollen Erfolg und positives Feedback auf unsere Art, Gruppenausfahrten zu organisieren. Dankeschön…

Während sich die Kollegen von Off the Map in Maastricht in einem schnellen Dutzend auf die Reise begeben haben, haben wir in Düsseldorf vier Gruppen mit je 20 Teilnehmer*innen gebildet. Zwei Mal 28km/h +, zwei Mal ca. 25km/h. Kompliment in dem Zusammenhang an Yannik und Lars vom Cycle Zirkus und Alex von Hunt und John von Albion, die jeweils eine der fixen Gruppen übernommen haben. Die 25er Gruppettos wurden von David, Christian und Andi M. und von Birgit, Ruth und Christoph souverän geführt und organisiert, hier waren somit Team Dixsept, Mützenguides, Frauenbewegung Rennrad und Hopper Cycling im Team vertreten.

Noch eine kleine Anmerkung zum in der Anmeldung angegebenen Tempo: hierbei handelt es sich um Serviervorschläge ohne Garantie. Ausfahren mit der Mütze bedeuten in der Regel: zusammen starten, zusammen ankommen. Und daher orientiert man sich auch mal an denen, die Probleme haben und bietet Support. Genau aus diesem Grund haben wir ausdrücklich die Einzelfahrt angeboten: Vollgas voraus alleine oder im Mini-Peloton in der eigenen Wohlfühlgeschwindigkeit. Natürlich im Rahmen der Möglichkeiten, die wir zeitlich in Sachen Verpflegungsstation umsetzen können. Unser Helfer*innen-Team ist begrenzt, in der Mütze Kaffee für alle Starter*innen anbieten, anschließend in den Wagen springen und rechtzeitig in Floßdorf die ersten Ankömmlinge mit einem festlichen Buffet zu begrüßen, ist die wirklich hohe Kunst der Betreuung.

Die Verpflegungsstation ist generell ein gutes Thema: wir haben gestern sehr oft gehört, wie toll der Stopp in Floßdorf war. Es freut uns, wenn in dem Zusammenhang der Begriff Mützen-Spirit die Runde macht. Ich kann gar nicht oft genug betonen, wie dankbar wir für die Unterstützung unserer Helfer*innen der Frauenbewegung Rennrad und von bling e.V. waren, ohne die sich das Event nicht umsetzen ließe. Kerstin hat in Sachen „etwas anderer Ernährung bei einer Radveranstaltung“ langsam einen Stern verdient, so lecker gibt’s höchstens in Gaiole bei der L’Eroica, da bastelt jedoch ein ganzes Dorf an der kulinarischen Umsetzung der Verpflegungsstation.

Schade, dass wir im Nachhinein nicht mehr feststellen können, ob es Cordula und Carlotta ins Guinessbuch der Rekorde geschafft hätten, selten wurden so viele Brote in solch kurzer Zeit geschmiert. In dem Zusammenhang auch nochmal fette Probs an den Support von Joel von Klub Karacho, der schon am Samstag Kühlung und etliche Kisten feinstes Climaid zum Vereinsheim gebracht hat. Am Sonntag war er dann mit Freund Robin unterwegs und hat mit Flüstertüte, Glocken, Drohne und Kamera den ultimativen Mix von Fotograf und Anfeuerungsteam gegeben. Ganz großes Herz.  

Da die zwei Turbo-Gruppettos eine etwas längere Strecke absolvieren mussten, folgte die Ankunft der vier Gruppen bei Off the Map in Maastricht Schlag auf Schlag. Das dortige Team um Petra und Ruud gewährleistete einen stetigen Pasta-Nachschub inklusive Nachschlags. Probs an die Kollegen für die souveräne Organisation des wilden Haufens, dafür ist das Wort reibungslos erfunden worden.

Währenddessen empfingen in der Mütze Mirja, Heiner und Konrad die Maastrichter Delegation mit einem vegetarischen Bulgur- und Salat – Buffett und kalten Drinks.   

Wetter ist ja immer so eine Sache, die Temperaturen jenseits der 40° im Vorfeld häötten sicherlich zu einer Absage unserer grenzüberschreitenden Aktion geführt. Daher können wir gar nicht oft genug betonen, wie viel Glück wir hatten. Auch wenn uns stellenweise dramatisch aussehende Wolken begleitet haben, so haben wir doch insgesamt sieben oder acht Tropfen abbekommen. Die Sonne hielt sich mittags vornehm zurück, schien am Abend aber gut gelaunt. Und der Wind war für uns eher Verbündeter als für die Freunde aus den Niederlanden, die auf dem Rückweg einige Böen niederringen mussten.

Apropos Wind: Bei Betrachtung einiger Bilder des Tages wird noch etwas deutlich - Crossing Borders ist eine Tour entlang der alten und der neuen Energieversorgung unserer Gesellschaft. Während wir zum Abschluss immer leicht beschämt einen Blick in den unfassbaren Krater des Braunkohle-Abbaus werfen müssen, so haben im Laufe des Tages zahlreiche Windräder und Solarparks unseren Weg gesäumt und uns die Zukunft gezeigt. Klar, wir können darüber diskutieren, ob die Landschaft ohne die Windräder nicht schöner wäre, aber wir sollten uns die Alternativen vor Augen halten. Und bedenken, auf welche Weise wir Energie gewinnen wollen und welche Altlasten wir folgenden Generationen vor die Füße kübeln. Sonne, Wind und Wasser haben einiges zu bieten.

Auf dem Rückweg wurde die Verpflegungsstelle in Floßdorf nochmals geplündert, selbst wir als fünftes Gruppetto konnten noch aus dem Vollen schöpfen und hemmungslos Buffett-Fräse spielen. In der Mütze wartete dann die gewohnt entspannte Atmosphäre, ein Come-Together nach einem wirklich langen Tag auf dem Rad.

Es gibt sicherlich zahlreiche Wege, ein solches Event umzusetzen, genau wie es zahlreiche Motivationen gibt, bei einer solchen Sause an den Start zu gehen. Einige wollen sich fordern und die ganze Nummer in beeindruckender Zeit rocken, für andere ist erstmal die Distanz die Herausforderung. Daher hat am Abend auch jede*r seine ganz persönliche Geschichte, wie sie/er den Tag bewältigt hat, ob mit diversen Strava-Krönchen oder einfach als längste jemals absolvierte Fahrt. Es ist immer vernünftig, mit einer ordentlichen Portion Demut an eine solche Sache ranzugehen, für viele Menschen außerhalb der Radsport-Bubble sind solche Distanzen an einem Tag auf dem Fahrrad Gesprächsstoff für einen ganzen Abend. Inklusive Thrill, Hochachtung und massivem Skurrilitätenbonus. Uns freut es, dass wir es dank eines grandiosen Teams an Helfer*innen schaffen, die Tür für die Langstrecke zu öffnen und Fahrer*innen animieren, eine solche Runde anzugehen. Und dass fast alle erleben, dass man einen fucking anstrengenden Tag bei allen Herausforderungen, die damit verbunden sind, mit Spaß und guter Laune umsetzen kann.

Crossing Border 2027 ist noch ein Jahr hin. Die Vorfreude beginnt jetzt.

Bilder von Joel Kaumanns

Bilder von Peggy Lex

Bilder von Kerstin Kortekamp

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