Wenn Engel reisen – die Rapha Women’s 100 Tour der Schicken Mütze

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Wenn ein Radbekleidungshersteller weltweit mehr als 7500 Frauen an einem Tag motivieren kann, aufs Rad zu steigen und mehr als 100 km zu fahren, dann darf man das wohl als eine gelungene Marketingaktion bezeichnen. Aber nicht nur das, man hat auch überall auf der Welt Frauen eine Plattform gegeben, um sich und ihre Leistung auf dem Rad zu würdigen.  Wir von der Schicken Mütze neigen unser Haupt vor den Heldinnen der Wirtschaftswege und Landstraßen, die sich dieser Aufgabe gestellt haben. Egal wo auf diesem Globus. Und wir freuen uns, dass wir in Düsseldorf mit einer so tollen Truppe dabei waren.

Die Wetterprognosen für den 20. Juli fielen im Vorfeld nicht gerade positiv aus, mitten in der Woche war gar von Unwetterwarnungen und Gewittern schon am Morgen zu lesen. Eine schwierige Mission, die eigene Werbetrommel und die gefühlte Verantwortung in Einklang zu bringen. Aber wir haben gehofft, die Daumen gedrückt und uns nicht beirren lassen. Als dann am Samstag unser niederländischer Freund Paul Sneeboer von BlueOnBike termingerecht unsere ersten eigenen schicken Mützen vorbei brachte, die Trophäe für alle Frauen, die mit uns die Women’s 100 absolviert haben, waren wir sicher, dass wir auch mit dem Wetter Glück haben würden. Und am Sonntagmorgen verzogen sich die grauen Wolken schneller als gedacht, bereits vor 11:00 Uhr lugte die Sonne auf unseren Hinterhof. Dort hatte sich ein beeindruckendes Peloton eingefunden, die veränderte Ratio gegenüber dem letzten Jahr, als drei Frauen auf dreißig Mitfahrer trafen, war nicht zu übersehen.

Nach Kaffee, Croissants und Plaudereien nahmen die Frauen noch kurz Aufstellung für ein Gruppenbild, dann ging es los. Von der Talstraße bis nach Düsseldorf Hamm bremsten uns die Ampeln noch aus, danach gab es fast kein Halten mehr und das Grupetto rollte den Rhein entlang. Die erste echte Pause fand dann nach 40km vorm Gasthaus Gillbach in Rommerskirchen statt, noch mal ein Dankeschön an den Betreiber für seine spontane Gastfreundschaft.

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Unsere bereits mehrfach bewährte Streckenführung brachte uns dann im strahlenden Sonnenschein zum Anstieg der Vollrather Höhe. Hier floss der Schweiß in Strömen, unabhängig von den unterschiedlichen Trainingskilometern der einzelnen FahrerInnen hatten aber alle ihren Spaß, egal wie schnell es rauf oder anschließend wieder runter ging.

Via Wirtschaftswege und kleine Landstraßen ging es weiter Richtung Raketenstation. Durch ein Kommunikationsdefizit war man dort leider nicht über unser Kommen informiert, etwas Improvisation half jedoch, den kurzen Aufenthalt zum Regenerieren und Aufladen der Energiespeicher zu nutzen. Der Himmel zog sich zu, die ersten Tropfen fielen, wurden aber eher als willkommene Abkühlung empfunden.

Kurz vor dem Ziel sorgte schließlich ein jugendlicher Gefahrensucher im Kleinwagen mit quietschenden Reifen noch für einen kleinen Aufreger, konnte aber unser gutgelauntes Peloton nicht weiter erschüttern. Zurück in der Schicken Mütze dauerte es keine 5 Minuten, bis der Himmel alle Schleusen öffnete und uns alle unter unser Vordach zwang. Es folgten Kaffee, Honigkuchengrinsen, gute Laune, lautes Lachen, schicke Mützen in zwei Farben und ein reger Austausch.

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Auffallend: Keine einzige Leidensmine, alle absolvierten die 103km lächelnd und souverän, niemand wirkte geschunden. Was Pannen angeht: ein platter Reifen bei knapp vierzig Teilnehmern mit je 103 km ist ein brauchbarer Schnitt. Frauen fahren anscheinend gut gewartete Räder. Und Frauen fahren viel kommunikativer. Ansagen während der Fahrt wurden von vorne ausgehend fast immer nur von weiblichen Stimmen nach hinten weitergegeben, eine der vielen positiven Kleinigkeiten, die uns auffiel.

Fazit: wenn wir im nächsten Jahr die Anzahl der teilnehmenden Frauen bei der Women’s 100 erneut versechsfachen, bekommen wir ein logistisches Problem. Aber das kriegen wir in den Griff. Ansonsten würden wir von der Schicken Mütze uns freuen, einen regelmäßigen Termin für alle Rennradlerinnen anbieten zu können, Ideen hierzu sammeln wir derzeit. Falls ihr also das hier gerade lest, selbst ein Rennrad euer Eigen nennt und euch bisher nicht getraut habt, mal in einer Gruppe mitzufahren: meldet euch bei uns. Ihr seid nicht alleine, es geht vielen so. Wir bieten gerne unsere Kompetenz an, um die ersten Schritte in den glücklich machenden Kosmos Radsport zu erleichtern.

Ach so: natürlich gilt das auch für die Herrenwelt.

Bis bald!

Eure Schicke Mütze

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