Savoir vivre und Tour de France – Düsseldorf wird Fahrradhauptstadt.

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“Wie, die startet in Düsseldorf? Die Tour de France? Warum?”

Für uns, die wir so sehr mitfiebern, ist es erstaunlich, wenn Freunde und Bekannte ungläubig reagieren und uns fragend ansehen, weil sie unseren Hinweis für einen merkwürdigen Witz halten. Nicht jeder hat mitbekommen, was uns seit dem 22. Dezember begeistert: die größte Veranstaltung, die unser Lieblingssport zu bieten hat, wird 2017 vor unserer Haustür starten. Wir freuen uns wie Bolle auf den Austausch mit Menschen aus aller Welt, die Düsseldorf besuchen, unsere Leidenschaft teilen, in der Umgebung Radfahren oder uns in unseren Hinterhof in der Mütze besuchen wollen. Wenn die Stadt alles richtig macht, wird die Begeisterung auch weit über den Juli 2017 hinaus anhalten. Denn wir sind überzeugt davon, dass Düsseldorf das Zeug dazu hat, eine Fahrradstadt zu werden, sowohl im sportlichen wie auch im verkehrspolitischen Sinne.

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Es ist natürlich toll zu hören, dass wir mit dieser Haltung nicht alleine sind. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat im Rahmen der ersten offiziellen Pressekonferenz der Tour de France gestern davon gesprochen, dass das Fahrrad das Verkehrsmittel der Wahl im Alltag ist. Und dass er den Rückenwind der Tour de France nutzen möchte, um die lokale Radkampagne zu beflügeln. Genau diese Denkansätze sind es, die uns so für den Grand Départ begeistern. Kein Tischfeuerwerk in 2017, wo alle einmal schwer beeindruckt “Ohhh” rufen und dann ist es vorbei, sondern es gilt ab jetzt, Düsseldorf als Radstadt aufzustellen. Die Sportbegeisterten sind eh schon an Bord, jetzt müssen alle anderen überzeugt werden.

Verkehr wird in den Köpfen der Bürger verändert, parallel zu neuen Radwegen müssen Verständnis und Begeisterung ausgelöst werden, um die entscheidenden Schritte vorwärts zu kommen. Beispiele gefällig? Wie wäre es, wenn die Einkaufscenter der Stadt aus eigenem Antrieb RadfahrerInnen vernünftige Stellplätze für Räder bieten, statt zwei Alibi-Gestänge vor der Tür als schlechte Alternative zum Auto-Tiefgaragenparkplatz zu offerieren. Allen interessierten Entscheidern, die noch zögern, sei eine kleine Bildungsreise gen Kopenhagen empfohlen. Dort sieht man sehr schnell, wie groß die Lebensqualität in einer Stadt sein kann, wenn Radfahren zum alltäglichen und völlig normalen Verkehrsmittel befördert wird. Und man nimmt begeistert wahr, wie sehr Gastronomie und eine abwechslungsreiche und funktionierende innerstädtische Einzelhandelsstruktur davon profitieren. Wichtige Punkte, wenn man in Zeiten des florierenden Internethandels Kunden für den Einkauf vor Ort begeistern will.

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Doch erstmal zurück zum Sport. Düsseldorf wird vier Tage lang Gastgeber der größten Sportveranstaltung der Welt sein, weder Fußball-WM oder EM noch Olympia werden 2017 für Ablenkung sorgen. Im Vorfeld begrüßt Düsseldorf die Triathlon-WM, genau eine Woche von dem Grand Départ. Es dürfte nicht abwegig erscheinen, viele Sportsfreunde für eine Woche Aufenthalt zu begeistern, Hotels, Gastronomie und Einzelhandel haben garantiert nichts dagegen. Hinzu kommt die Riege der sympathischen deutschen Radsportler, die in den letzten Jahren bei der Tour für Furore gesorgt haben: John Degenkolb, Tony Martin, Marcel Kittel, Andre Greipel und Simon Geschke freuen sich anscheinend noch mehr auf den Tour de France Start in Deutschland als wir. Und sprechen vom Jackpot und der großen Party, die die Fans in Düsseldorf veranstalten werden. Christian Prudhomme, der sympathisch-humorvolle Kopf hinter der Rundfahrt, räumt augenzwinkernd ein, dass der gestern veröffentlichte 13 Kilometer lange Zeitfahrkurs den Fähigkeiten eines Tony Martins entspricht, es besteht also die gute Chance, am Ende der ersten Etappe einen deutschen Fahrer in Gelb zu sehen. Und wenn dann am zweiten Tag nach einem neutralisierten Start durch die Düsseldorfer Altstadt die Streckenführung erstmal gen Osten, durch Erkrath und Neandertal führt, um in einem lockeren Schwung wieder in den Westen zu weisen, dürfen sich einige linksrheinische Städte auf einen durchziehenden Tour-Tross und deutsche Sprinter-Asse freuen. Und können die Stimmung, die Party, die gute Laune und die Begeisterung in die gesamte Region weiter tragen.

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Für uns geht es beim Grand Départ 2017 nicht nur darum, das die Tour de France in Düsseldorf startet, sondern auch darum, dass das Fahrrad bis dahin in Düsseldorf angekommen ist. Als perfektes Verkehrsmittel für den Alltag, als Sportgerät, als Tourismusmagnet, als Zukunftsmaschine. Klingt ambitioniert? Klar, darf es auch. Schließlich sind wir in Düsseldorf.

Daten, Strecken und noch viel mehr: Le Tour @ Düsseldorf

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