Manchmal kommt es anders als man denkt – 2020 im Blick der Mütze

Als wir zum Jahreswechsel 2019/2020 mit dem Team der Mütze unsere Saison geplant, unsere Veranstaltungen terminiert, unsere Ziele und unsere Wünsche definiert haben, konnten wir alle noch nicht ahnen, welche Herausforderung 2020 für uns bereithält. Dass sich nun, zwölf Monate später, wirklich jeder Jahresrückblick weltweit ausgiebig mit der Corona-Pandemie beschäftigt, ist keinesfalls hysterisch, sondern nur der Beweis dafür, wie weit das Virus unseren Alltag beeinflusst hat. Wir blicken mit den Augen der Mütze auf das Jahr zurück und wagen einen Ausblick auf ein hoffentlich für uns alle besseres 2021. Auch wenn wir in den letzten Monaten gelernt haben, dass Planungen manchmal für den Allerwertesten sind.

Die Gemeinschaft machts…

Die Mütze ist bekanntlich aus gemeinsamen Ausfahrten entstanden, der Idee, dem wachsenden Peloton mit einem Café, einer Werkstatt und einem kleinen Ladenbereich ein Zuhause zu geben. Ausfahrten waren von Beginn an fest in der DNA der Mütze verankert und haben, neben dem stetig wachsenden Betrieb in Laden, Café und Werkstatt, den Alltag gestaltet. Von festen wöchentlichen Runden bis hin zu jährlich stattfindenden Touren, von der Beteiligung an städtischen Events bis zu Kooperationen mit internationalen Partnern, von der Filmpremiere bis zur Diskussionsrunde – die Mütze hat’s organisiert oder war dabei. Radbegeisterte zusammenzubringen war und ist ein wichtiger Bestandteil der Mütze, nicht nur an den Tischen in unserem Café.

2020 ist nun das erste Jahr, in dem wir trotz großer Pläne auf einen nahezu komplett leeren Veranstaltungskalender zurückschauen müssen. Lediglich die Winterschlampenparaden bis Februar 2020 und eine einzige Ausfahrt in zwei kleinen Gruppen unter dem Banner Pari Souplesse mit den Kollegen von Schwalbe sind für uns ein trauriger Beleg, dass in diesem Jahr vieles anders gelaufen ist. Geplant war viel, von unseren Touren im Rahmen der Cyclingworld über wöchentliche Events, Düsseldorf300, Schotter, Kies & Moos bis hin zum Crossrennen in Koop mit dem Cycling Club Düsseldorf.

Angesichts der Herausforderung durch Corona haben wir schließlich nach neuen Lösungen gesucht, die sich entsprechend der Vorgaben umsetzen ließen. Als positives Beispiel sei der Outdoor-Kino-Abend mit Onboard-The Transcontinental Race und anschließender Frage-und-Antwort-Runde im Rahmen der Heimatsommer-Reihe auf der Rennbahn Grafenberg genannt, sicherlich einer der schönsten Abende mit der Mützencrew seit langem. Oder unsere #womens100-Ausfahrt, für die in Koop mit den Cyclits eine 100km lange Rundstrecke online zum Download gestellt wurde, die jede Fahrerin fahren konnte, allein oder in kleiner Gruppe.

Und was ist mit Online?

Immer wieder erreichen uns Anfragen per Mail, wie und wo man unsere Mützen beziehen kann. Oder unsere Trinkflaschen, unsere Satteltaschen, unsere Socken, unsere Radfahrer-Figuren. Ein unseren Laden begleitender Online-Shop macht sicherlich Sinn, aber unsere Priorität liegt auf unserem stationären Laden. Wir werden sicherlich auch unsere Online-Aktivitäten ausbauen, dies aber nur, wenn wir unserem eigenen Anspruch gerecht werden können.

Wir hätten gern hier auf der Website oder über unsere Social Media Kanäle mehr Infos geboten, Sachen vorgestellt, die uns begeistern, all das ist in den Monaten recht kurz gekommen, weil uns der Alltag in der Mütze hart gefordert hat. Zwischenzeitliches Arbeiten in zwei getrennten Teams bedeutete neue Erfahrungen sammeln, wir haben viel daraus gelernt, vor allem, wo wir noch viel lernen müssen. Aber wir haben auch online neue Wege etabliert. Vor einigen Wochen haben wir einen Schicke Mütze Account auf Komoot erstellt und bieten dort unsere Mützenstrecken zum Download an. Ein Service, der schnell viele Freund/innen gefunden hat und rege genutzt wird. Zwar nur ein schwacher Trost im Vergleich zu unseren entspannten Gruppenausfahrten, aber immerhin ein Weg, gute Strecken zu finden. Ebenso wie unser Strava-Club, der auch ohne feste Veranstaltungen stetig wächst und aktuell mehr als 2600 Mitglieder hat, lustigerweise immer mehr mit internationaler Beteiligung. Mützenfreund/innen überall auf der Welt zeigen, welche Wirkung ein kleiner Laden in Düsseldorf haben kann.

Das Fahrrad ist begehrt…

Unser Lebenselixier der Mütze, das Fahrrad, hat in diesem Jahr einen unglaublichen Boom erlebt, sowohl als Verkehrsmittel als auch als Sportgerät. Fahrradfahren ermöglicht Abstand, ist gesund, hilft, die nötigen Schritte beim Klimawandel einzuleiten und ist die schnellste Art, sich in einer Stadt wie Düsseldorf fortzubewegen. Allen, die wie wir gerne Touren fahren, verschafft es eine Auszeit in anstregenden Tagen, lässt uns Natur genießen und unsere Akkus neu aufladen. Begeisterung kann ansteckend sein, so kommen immer mehr Menschen aufs Rad, die gefahreren Distanzen werden immer größer und man merkt immer öfter, dass die Sache mit dem schlechten Wetter in unseren Breitengraden kein ernsthaftes Problem darstellt.

Die gesteigerte Nachfrage nach hochwertigen Rädern hat sich in der Mütze bemerkbar gemacht, immer mehr Fahrer/innen können unsere eigene Leidenschaft für bestimmte Räder nachvollziehen. Ob Gravelbikes, alltagstaugliche Sportler aus Stahl oder individuelle Renner aus Carbon, ob für tägliche Pendlerfahrten oder den sportlichen Workout in der kleinen Gruppe: unsere Räder und Marken waren und sind gefragt. Und haben 2020 vielen Fahrer/Innen den oftmals nicht ganz so farbenfrohen Alltag etwas bunter gestaltet. Ein schöner Beleg ist das positive Feedback, dass wir oft bekommen, die Räder werden gern gefahren und machen Spaß.

Viele Neueinsteiger/innen haben in diesem Jahr unser ausgewähltes Sortiment an Zubehör kennen und schätzen gelernt. Unser Anspruch, eine sinnvolle Auswahl hochwertiger Artikel anbieten zu können, individuelle Bekleidung für alle Jahreszeiten, für Frauen und Männer, Helme unterschiedlicher Passformen für große und kleine Köpfe sowie Schuhe für fast jeden Fuß vor Ort zu haben, kommt nicht von ungefähr. Gerade hier sind Passform, Material, Verarbeitung und Details entscheidende Faktoren, die den Kauf entscheiden, Beratung und Anfassen vor Ort machen den Unterschied aus, den der Online-Handel nie bieten kann. Die Wahl der richtigen Zutaten ist gerade bei unserem Lieblingssport ein nicht zu unterschätzender Aspekt, ansprechendes Design und Funktion ergänzen sich im Idealfall zu großem Spaß. Und es spricht sich rum, dass bei uns ausführlich und ohne Angst vor eigener Meinung beraten wird. Wir selbst sind oft die härtesten Tester/innen der Kollektionen und verkaufen mit Überzeugung Dinge, die uns selbst begeistern, vom Handschuh bis zum Rad.

Generell dürfen und sollten wir als Radhändler froh sein, dass unsere Branche zu den wenigen zählt, die sich trotz der Pandemie über ansteigende Nachfrage freuen darf. Auch wenn die nächsten Monate für die Radindustrie kompliziert werden, da sie aufgrund ihrer Struktur und Kostenoptimierung nicht schnell auf eine steigende Nachfrage reagieren kann. Das Problem: Lieferzeiten werden immer länger und Sortimentslücken immer größer. Wer ein gutes Rad sucht, darf derzeit nicht zögern, Engpässe bei Kompletträdern und einzelnen Bauteilen werden die Branche laut seriösen Prognosen mindestens bis 2022 begleiten.

Leben und Einkaufen in Düsseldorf

Unser Kundenstamm kommt von überall her, unser Einzugsgebiet ist stetig gewachsen. Dies freut uns, weil wir als Teil der Düsseldorfer Einzelhandelslandschaft dazu beitragen können, dass Düsseldorf weiterhin Bedeutung als Einkaufsstadt hat. Corona reißt im lokalen Umfeld viele Lücken, die nur schwer wieder geschlossen werden können, gerade der stationäre Einzelhandel leidet. Wir hoffen, dass sich Verbraucher überall ihrer Macht bewusst werden und lokale Strukturen, unsere Form des Zusammenlebens, spannende Konzepte und ein Umfeld, das unser Leben bereichert, unterstützen. Es geht hier nicht um Online-Bashing, sondern es ist ein Aufruf, bewusst zu konsumieren, da zu kaufen, wo Umsatz hilft, Arbeitsplätze zu sichern, lokale Einnahmen sicher zu stellen. Egal, ob Einzelhandel, Gastronomie, Eventkultur sowie alle Veranstaltungen: es gilt lokale und unabhängige Strukturen zu fördern und zu bewahren.

Mehr Fahrrad wagen…

Wir hoffen, dass die Stadt Düsseldorf in Zukunft vermehrt auf das Fahrrad setzt, wenn es um den nötigen Mobilitätswechsel geht. Viele unserer Kunden kommen mit dem Rad und haben, genau wie alle Radfahrer/innen in Düsseldorf, ein Recht auf eine vernünftige Infrastruktur. Düsseldorf hat lange genug versucht, aus Radwegen an Orten, wo sie niemanden stören, so etwas wie ein Netz zu zaubern. Diese Zeiten müssen vorbei sein. Kreative Ideen sind gerne willkommen, aber es sollte allen Verantwortlichen klar sein: der Platz muss neu verteilt werden. Das bedeutet weniger Autoverkehr in der Stadt, dazu gibt es keine Alternativen. Natürlich erfordert dies gestalterischen Willen und Mut, aber es wird für Politiker einfacher, den Radverkehr zu fördern, weil immer weniger Menschen auf stark frequentierten Autostraßen wohnen und leben möchten. Wer die oft beschworene Lebensqualität in Düsseldorf, einfach den Wert der Stadt erhöhen möchte, muss den Autoverkehr deutlich reduzieren. Metropolen in ganz Europa erkennen dies, es wäre wünschenswert, wenn unsere Heimatstadt nicht den Anschluss verliert. Ein Umstand, der auch Handelsverbänden deutlich werden sollte…

Danke schön…

Wichtig ist uns, euch mal Danke zu sagen, unseren Kunden. Ihr habt Verständnis für all die kleinen und großen Improvisationen gehabt, die wir im Alltag nutzen mussten, um 2020 mit seinen Herausforderungen zu überstehen. Offensichtlich merkt man uns an, dass wir uns viel Mühe geben, Lösungen zu finden und das manchmal auch auf wirklich unkonventionellen Wegen erreichen. All das wäre nicht möglich ohne die nächsten, denen wir Danke sagen müssen: unseren Geschäftspartnern, unsere Lieferanten, unseren Dienstleistern, all denen, die viele unserer Wünsche in diesem Jahr möglich gemacht haben, auch wenn es kompliziert erschien. Wir sind nicht die einfachsten Kunden, aber wir sind es wert. Sagen zumindest fast alle von euch. Hoffentlich denken das Ende 2021 auch ein paar Firmen, mit denen wir gerade eine neue Partnerschaft eingehen. Es wird spannend zu schauen, wie sich unsere Zusammenarbeit gestaltet, wir freuen uns drauf, unsere Kunden bestimmt auch.

Denn…

Wir blicken, trotz aller Krisen, positiv auf 2021. Wir werden im März nach mehr als sechseinhalb Jahren den Hinterhof auf der Talstraße hinter uns lassen. Langfristige Planungen waren hier leider nicht mehr möglich, die Zukunft unseres Hinterhauses ist unsicher. Parallel haben wir mit Freunden der Mütze über ein neues Hinterhof-Konzept gesprochen. Ab März 2021 werden wir euch daher in unseren neuen Räumlichkeiten im Hinterhof der Oststraße 119 begrüßen, genau neben der Brauerei Schuhmacher. Der Ort bringt ebenfalls einiges an Charme mit, ihr müsst also keine Angst haben, dass die Mütze ihren Charakter verliert. Wir freuen uns über etwas mehr Platz, über eine größere Werkstatt und einen schönen Innenhof.  Auf gemeinsame Veranstaltungen. Die Planungen laufen bereits, hoffen wir mal, dass wir sie in 2021 auch umsetzen können. Mit euch…

Also…

Kommt gut ins neue Jahr, bleibt gesund und zuversichtlich. Und #supportyourlocalcommunity!

Eure Mützencrew

  • 24. Dezember bis 10. Januar geschlossen

Ab dem 11. Januar sind wir wieder da. Weiter auf der Talstraße, wie gewohnt. Bis Ende Februar. Und dann schauen wir weiter.