A Day in Hell – Eine Hommage an Paris-Roubaix und die Klassiker in Flandern.

April 2021. Corona hat uns im Griff. Gerade flattert die Absage von Paris-Roubaix rein, verschoben auf den hoffentlich besseren Herbst. Doch wir haben einen kleinen Lichtblick für alle, die am kommenden Wochenende für eine ordentliche Herausforderung selbst aufs Rad steigen möchten.


UPDATE 06.04.2021 
Den Track findet ihr unter unserem komoot-Account bzw. hier  oder (zeitlich begrenzt auf 7 Tage) über WeTransfer hier


Erstmal vorweg, damit nicht der Eindruck entsteht, wir blenden hier was aus. Wir nehmen die Bedrohung durch die Pandemie sehr ernst, in jeglicher Hinsicht. Wir sind wie ihr alle privat, dazu als Einzelhändler und Veranstalter massiv durch Einschränkungen und Begleiterscheinungen betroffen, dazu kommt immer die Angst um die eigene Gesundheit und die aller Freunde, Bekannten und der Familie. Wir haben in vielen Bereichen der Mütze notgedrungen die Pausetaste gedrückt, in unserem Café, bei unseren Veranstaltungen. Die unzähligen Anfragen, die uns auf allen Kanälen erreichen, wann wir denn mal wieder eine Mützenausfahrt machen, wann man mal wieder bei uns in geselliger Runde Kaffee oder ein Bier trinken kann, sprechen Bände. Aber wir halten Gruppenausfahrten gerade für keine gute Idee, schon gar nicht in dem Spirit, in dem wir so etwas organisieren. Nähe ist da Teil des Konzepts und solange die uns nicht gut tut, müssen und werden wir verzichten.

Aber ganz ohne Spaß geht halt auch nicht. Daher freuen wir uns, dass wir mit unseren Freunden von Rapha aus Berlin in einer Hopplahop-Handlung Düsseldorf als Austragungsort von “A Day in Hell” in die weltweite stattfindende Flandern-Hommage aufnehmen konnten. Hier geht es nicht um eine Gruppenausfahrt, sondern um eine von uns gescoutete Strecke, die wir und Rapha als Download anbieten und die ihr gemäß Corona-Richtlinien allein oder mit Freund/in fahren könnt. Und genau darum bitten wir auch, in eurem eigenen und im Interesse aller anderen: keine Gruppen, keine großen Teams. Haltet euch an die Regeln. Es empfiehlt sich, dass ihr nicht alle am Sonntag um 11:00 Uhr startet, sondern die Strecke irgendwann am Wochenende des 10. und 11. April abfahrt. Wo ihr auf die Rundstrecke fahrt, bleibt euch überlassen, ähnlich wie bei der Womens100 gibt es keinen verbindlichen Start-/Ziel-Punkt.

Eines ist klar: wo immer ihr startet, die Strecke ist ein ordentliches Brett. Zwar fehlt es uns an Kopfsteinpflasterpassagen, aber die machen wir durch unsere eigenen Hellingen wett, unzählige kleine fiese Rampen und Anstiege, die euch immer mehr die Körner rauben und im Laufe der Distanz zur echten Prüfung werden. Euch erwarten 110 Kilometer, auf die sich laut Komoot 1600hm, laut Strava mehr als 2000hm verteilen. Passagen mit ordentlichen zweistelligen Prozentangaben wechseln sich mit welligem Terrain ab, sowohl von den Wegen als auch der Landschaft dürft ihr euch wie in Flandern fühlen. Die offizielle Strecke der Flanderrundfahrt hat betreffend der Höhenmeter ähnliche Werte, allerdings verteilt auf deutlich mehr Kilometer.

Die Fragen nach der richtigen Reifenwahl würden wir mit “ab 28mm aufwärts” beantworten, nicht unbedingt das hauchdünne Zeitfahrmaterial, sondern ein Reifen, der hart im nehmen ist. Doch keink Angst, es braucht kein Gravelbike oder MTB, um unsere Schlaglochkollektionen zu absolvieren. Die Übersetzung darf gerne in Richtung 1:1 gehen, dann könnt ihr die fiesen Dinger noch mit einem gequälten Lächeln im Gesicht hochkurbeln. Getreu dem Motto “Roads less travelled” haben wir uns auf die miesen kleinen Seitenstraßen, geschotterte Wald- und Feldquerungen und mehr schlecht als recht asphaltierte Wirtschaftswege konzentriert. Landschaftlich reizvoll, aber mit ordentlichen Löchern oder breiten Bewässerungsrinnen versehen. Also immer schön die Hände am Lenker lassen und aufpassen. So fahren wir weitest möglich dem Autoverkehr aus dem Weg, aber teilen uns diese Wege mit den Spaziergängern, mit den Hundebesitzen, anderen Radfahrern, manchmal mit Reitern und natürlich auch mit Anwohnern in Autos. Bitte beachtet dies in jeder Minute, die ihr unterwegs seid, “A Day in Hell” ist kein Rennen, sondern eine Tour. Nehmt die Rücksicht auf andere, die auch ihr von anderen erwartet.

Alle, die den großen Spaß überstanden haben und über Raphas offizielle Website angemeldet waren, können sich demnächst eine kleine Überraschung in der Mütze abholen, eine Info hierüber folgt von Rapha. Zusätzlich dazu haben wir noch zwei weitere Goodies: die fünf besten Fotos aus der Hölle eures Leidens, die auf der Tour aufgenommen wurden, werden prämiert. Ladet sie dazu bei Instagram, Facebook oder Strava hoch, versehen mit den drei Hashtags #adayinhell #hosenhell und #uerige. Wir werden völlig ohne Schadenfreude aber mit viel Mitleid die Gewinner küren und die dürfen sich demnächst ein Partyfässchen Hosen Hell gönnen, abzuholen in der Mütze. Spätestens wenn man mit dem Teamkollegen das 5L Döschen geleert hat, sind alle Leiden des Tages vergessen und ihr schwelgt in wunderbaren Erinnerungen. 20 weitere Starter/innen, deren Bilder es nicht in die Top 5 der Auswahl schaffen dürfen sich über einen The Sound of Düsseldorf-Beutel freuen.

Also, sattelt euer zuverlässigstes Bike im Stall, packt was zu essen und zu trinken ein und rollt los. Es lohnt sich, die Strecke ist ein Hammer.

Hier kommt ihr zur Anmeldung auf der Rapha-Website.

P.S. Ein kleiner Tipp für alle, die unterwegs feststellen, dass sie sich übernommen haben: ab Düssel kann man relativ einfach auf den Panorama-Radweg abbiegen und die Strecke deutlich harmloser gestalten. Der Langenberger Sender und viele neue Abschnitte, die wir eingebaut haben, verpasst ihr dann natürlich. Trotzdem ist auch diese Version noch immer eine anspruchsvolle Tour mit vierstelligen Höhenmetern.

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