Jedermänner rasen durchs Umland und auf der Kö geht’s richtig rund – Der Düsseldorfer Radsporttag

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Wer in den letzten Jahren per Zufall im Mai in das Radrennen „Rund um die Kö“ besuchte, staunte nicht schlecht: hunderte Absperrgitter, Sportler, die waghalsig Lenker an Lenker im Wiegetritt in die engen Kurven fuhren, aber kaum Zuschauer. Eigentlich sogar weniger Besucher als an einem ganz normalen Sonntag auf der Kö. Warum? Gute Frage…

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Der Prachtboulevard und ein Radrennen – was im ersten Augenblick skurril erscheint, ist doch eine grandiose Kombination. Welche Stadt kann schon von sich behaupten, seit 1968 auf einer der renommiertesten Einkaufsstraßen der Republik einmal im Jahr ein Radrennen auszurichten. „Rund um die Kö“ war einst ein großes Rennen, in den 80ern jubelten mehrere Tausend Zuschauer Nationalteams und Elitefahrern zu. Damals war ein Starterfeld von 600 Fahrern aus aller Herren Länder die Normalität, in den letzten Jahren war man froh, 600 Zuschauer an die Kö locken zu können. Erwähnen müssen wir in dem Zusammenhang das Engagement der Düsseldorfer Stadtsparkasse, die als Hauptsponsor dem Rennen selbst in den schwersten Zeiten die Treue gehalten hat. Ohne diese Unterstützung würde es den “Großen Sparkassenpreis der Landeshauptstadt Düsseldorf”, so der Untertitel von “Rund um die Kö” nicht mehr geben.

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Ein Rennen, das so lange durchgehalten hat, allen Anfeindungen des Radsports getrotzt und nie aufgegeben hat, muss jetzt, in einer Zeit, in der Radfahren als Lösungsansatz für viele innerstädtische Verkehrsprobleme und als spannende Sportart angesehen wird, wie der Phönix aus der Asche kommen. Schließlich hat Düsseldorf so etwas wie ein Sechser im Radsport-Lotto. Mit Profi-Zusatzzahl. Im nächsten Jahr wird unsere Heimatstadt Gastgeber des Grand Départ. Dreißig Jahre nach dem Start in Berlin empfangen wir den Tross der Tour de France und werden für einige Tage zum Mittelpunkt der weltweiten Radsportgemeinde. Schön, dass parallel eine neue unbeschwerte und sympathische Generation an deutschen Radsportlern Erfolge feiert: Andre Greipel, John Degenkolb, Marcel Kittel und Tony Martin. Und auch lokal gibt es einiges zu bieten, Ruben Zepuntke und Nils Schomber seien mal stellvertretend für viele lokale Nachwuchstalente genannt. Womit wir wieder bei „Rund um die Kö“ landen…

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Durchgeknallte Raser auf der Kö – Ein Spektakel mit und ohne Bremsen

Auf der Königsallee werden in diesem Jahr viele jugendliche Raser auf zwei Rädern zu bewundern sein, angefangen mit der Petit Départ getauften Kinderrennserie, die mit großer privater Unterstützung den Radsport auch bei den ganz jungen Semestern wieder populär machen soll, bis hin zur U19 Juniorenrunde und dem Kriterium für Frauen darf man sich auf spannende Rennen im Kö-Karree freuen.

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Wir von der Mütze haben uns bereits im letzten Jahr mit Verantwortlichen der Stadt, vom lokalen Veranstalter SG Radschläger und den Jungs von RAD Race getroffen, um „Rund um die Kö“ eine kleine Frischzellenkur zu verpassen. Angefeuert vom RAD Race Team hat die Fixed Gear Szene mit den Dortmundern von der „Fixed-Pott“-Crew und der Dresdner „U-Lock-Justice“-Crew ein Rennen auf die Beine gestellt, auf das sich Düsseldorf freuen darf. Titel:

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Regeln: Bahnrad, starrer Gang, keine Bremsen. Wem das nix sagt: angucken. Diese Rennen sind der Punk-Rock des Radsports, großes Kino garantiert. Rock’n’Roll Racing – laut, schnell, heftig. In dem Augenblick, in dem ich diese Zeilen schreibe, knapp 48 Stunden nach dem Start der Onlineregistrierung, ist die Hälfte der 80 Startplätze für die Männer weg. Und die Kö darf sich auf ein internationales Starterfeld freuen. Kein Jux, selbst aus Brooklyn kommt eine Anfrage. Nicht ganz so viele Anmeldungen gibt es von den Fixed Gear Frauen, sicherlich auch ein Beweis dafür, dass der Ladenmix auf der Kö bei einigen Zielgruppen nicht unbedingt ins Schwarze trifft. Aber es ist ja noch etwas Zeit.

 

Vor der Tour ist auf der Tour – Das Race am Rhein 2016

Parallel werden am 18. September auf der Berliner Allee tausende Jedermänner und –Frauen auf große Fahrt gehen, zwei Strecken von 46 bzw. 92 Kilometern bieten den Radsportspeedfreaks die Möglichkeit, auf der Route der Tour de France selbst Bestzeiten zu fahren.

Berliner Allee und Kö werden durch einen einen Eventbereich auf der Steinstraße verbunden, hier gibt es an Ständen und auf der Bühne allerlei zu sehen, am späten Nachmittag auch unsere Trainingspartner von Porno al Forno. Wir werden euch am Schicke Mütze-Stand mit gutem Kaffee beglücken und in unserer Nachbarschaft gibt es einige Radsport-Neuheiten der nächsten Saison zu bewundern, so sind unter anderem POC und adidas mit Ständen am Start.

Wir wissen, dass es in den letzten Jahren wenig Argumente gab, „Rund um die Kö“ zu besuchen, allein der Gedanke an die musikalische Untermalung der Veranstaltung in den letzten Jahren lässt meine eigenen Ohren unvermittelt bluten. Aber wir sind nicht nachtragend. Und wir glauben an das Gute, das Wahre. Wir sind voller Zuversicht und freudig gespannt auf das was uns erwartet. Und wir hoffen, dass alle, die Lust am Radfahren und am Radsport haben, sich am 18. September in die Düsseldorfer Innenstadt aufmachen, um mit uns und vielen anderen einen Tag für den Radsport zu feiern. Und all die Fahrerinnen und Fahrer anfeuern, die voller Leidenschaft dabei sind.

Falls ihr noch eine aktive Rolle spielen möchtet: die Stadt sucht noch Unterstützer. Sowohl für Race am Rhein als auch für den Auftakt der Tour im nächsten Jahr. Mehr Infos hier:

www.alltours-raceamrhein.de/volunteers

Wir sehen uns. Am 18. September. Auf der Kö, auf der Steinstraße oder auf der Strecke.

Links:

This is not Pottcrit

alltours Race am Rhein

Rund um die Kö: Oh, sorry, da gibt es keine Website. Noch nicht…

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